„review“ _ Alpentour 2016

Chronologische Aufarbeitung

Alpentour 2016

Die beiden letzten einschneidenden Erlebnisse die ich hatte, werde ich euch jetzt mal flink erzählen und hoffe, dass ich die nächsten wundervollen Erlebnisse, in absehbarer Zeit nach dem direkten Geschehen berichten kann.

Im August 2016 machten Andreas, Tobi (Zwei Kommilitonen) und ich uns auf, die Alpen zu Fuß mit dem Rucksack auf dem Rücken zu bezwingen.

Drei Wochen vorher, fingen wir an uns intensiv Gedanken über Gepäck, Route und Nahrung zu machen. Die Rucksäcke mit maximal 20kg Gewicht beladen, zirka 20 Tage um 400km von Garmisch- Partenkirchen nach Riva an den Gardasee zu laufen. Einmal quer über die höchsten Gipfel Europas.

Tag 8

 Blick von Geierscharte

Es gibt vorgefertigte Wanderwege, welche durch die Alpen führen. Einen von diesen zu wählen kam uns nicht in den Sinn, wir wollten noch ein paar mehr spannende Plätze einbauen, welche wir schon einmal besucht hatten und den anderen zeigen wollten. Gesagt – Getan. Wir bauten uns die Route so zusammen, dass wir eine ideale Strecke für uns drei Spezialisten konzipierten.

Die Rucksäcke waren vom Equipment gut vorbereitet und auch schnell gepackt. Der Einkauf von hauptsächlich kohlenhydratreichen Nahrungsmitteln war getätigt und das Auto für die Anreise nach Garmisch gesattelt.

Was ich mir sparen werde, ist es euch jeden Tag einzeln aufzuzählen, was wir gemacht haben und wie wir es getan habe. Denn jeder kann sich vorstellen, wie es ist mit zwei Freunden seinem Rucksack und einem Zelt durch atemberaubende Landschaften zu laufen…. Einfach nur schrecklich. 😉 _ kleiner Scherz. Die folgenden Bildchen werden euch einen besseren Eindruck darüber verschaffen wie es war. Eins sag ich aber vorab. Die Bilder können nicht im Ansatz das wieder geben, was diese Landschaft an Schönheit, Weite und Friedlichkeit zu bieten hat. Aber ihr werdet es trotz alledem toll finden 😀

„Na gut, ich werde mal wild, ein bissl was durcheinander schreiben was mir so spannenden einfällt.“

Es fing eigentlich in der ersten Stunde an. Tobi war so überwältigt, von den kleinen Hügeln am Alpenrand, weil er das letzte Mal im zarten Alter von 6 Jahren in den Bergen war. Also voll verständlich. Die ersten zwei Stunden gelaufen und wir merkten. „gut, das wird anstrengend!“ Allerdings weniger in den Beinen, mehr in den Schultern und im Rücken. Genaues vorheriges Abwiegen der Rucksäcke hatte uns einen Fairnessbonus verschafft. Dieser Fakt das einer mehr tragen muss war also als Streitpotential ausgeschlossen, welches sich bei langen Touren durch den Regen auf einer sehr unangenehmen Strecke auf sehr, sehr, SEHR kleine Kleinigkeiten extrem Maximieren kann. Doch wenn dieser Fall auftrat, wurde es ausgeschwiegen, oder direkt lautstark geklärt. Haha Eine andere Möglichkeit gibt es auch nicht, wenn man 24h zusammen unterwegs und aufeinander angewiesen ist. Die Führung in der Gruppe wechselte Ständig. Meist wurde der Letzte bei einem Wechsel Erster. Der Erste gibt das Tempo und der letzte hält alle zusammen. So ergab es immer ein angenehmes Reisetempo wo alle gut mit leben konnten. Das ist auch sehr wichtig, denn wenn die Strecke und Wetterbedingungen dich durch brüllende Hitze, Gewitter und Schnee führen, musst du als Gruppe zusammen halten und dich auf die anderen verlassen. An manchen Tagen beflügelten wir uns die eine oder andere Doppeletappe zu laufen. (Welche leider der Grund für ein vorläufiges, gesunden Abbrechen sein wird.) Die Füße brennen, der Rücken schmerzt, die Knie fühlen sich nicht mehr ganz an wie Knie und der Kopf spielt dir immer wieder kleine Streiche. Wir kamen nach einer Regen, Schnee Doppeletappe völlig zerstört in einer Hütte an, in dieser wir nächtigten. Andi seine Hüfte schmerzt, mein Knie streikt und Tobi motiviert uns zum weiter machen. Der nächste Tag lief gut an, wir bestiegen den höchsten Punkt unserer Strecke. „Geierscharte“ Der Auf- und Abstieg war ein Abendteuer, welches nicht ganz ungefährlicher Natur war. Es ging über Eis- und Schneefelder, welche nicht ganz einsichtig waren. Der Abstieg stellte sich als gleiches Spiel heraus, nur das es steil bergab ging. Da kann man sich jetzt entscheiden was mehr Spaß macht! 😉 Schritt für Schritt und wir waren in Italien. Die Luft wurde wärmer und das Wetter besser. Ich weiß nicht, ob es Einbildung war oder wirklich einfach der Fakt das in Deutschland das Wetter immer nicht so pralle ist. Es ging gut Berg auf und mein Knie schrie mich an „Hannes, hör auf! Lass es! Bleib stehen! AUUUUUUUA“ Auf diese Massage reagierte ich. Den nächsten Tag beschlossen wir eine Taltour (Tour durchs Tal 😉 ) nach Sterzing zu laufen. Es war mehr eine Qual als alles andere. Wir kamen in Sterzing an und beschlossen die Tour mit zwei weinenden Augen im Jahr 2017 von diesem Endpunkt zum Gardasee vorzusetzen und es dort und jetzt zu beenden. Es bringt nichts, sich als Sportstudent sein Kapital zu vernichten und sein Studium nicht beenden zu können. „Das ist jetzt DER Punkt wo ich hoffentlich bald weiter schreiben werde“

Die Alpen sind auf jeden Fall ein tolles Wagnis welches ich jedem empfehle, der gern Sport macht, wandern geht und sich gern mal ein wenig fordert. Ich freue mich auf jeden Fall auf den kommenden September wo wir die Tour beenden werden.

 

Grüß Gott „wenn du ihn triffst“

Euer Hannes